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Montag, 08. Februar 2010 18:16 Alter: 211 Tag(e)
Rubrik: Sachsen-Anhalt
Von: Evangelische Landeskirche Anhalts

"Wittenberger Gespräch" gegen DDR-Verklärung gerichtet


Der Weg zur Demokratie in den letzten Tagen der DDR ist Thema des 17. "Wittenberger Gesprächs", zu dem die Landesregierung von Sachsen-Anhalt für den 17. März namhafte Zeitzeugen eingeladen hat. Unter dem Motto "Vom Aufbruch 1989 zur Deutschen Einheit 1990" sind in der Universitätsstiftung "Leucorea" in Wittenberg mehrere Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion geplant, teilte die Magdeburger Staatskanzlei am 4. Februar mit.

Die Referenten hätten "maßgeblich zum Gelingen der Deutschen Einheit beigetragen", hieß es. Erwartet werden den Angaben zufolge der damalige Kanzleramtsminister Rudolf Seiters, der letzte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière (beide CDU), und der Mitbegründer der Reformgruppe "Demokratischer Aufbruch", Rainer Eppelmann. Der Pfarrer ist heute Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Als weitere Redner kündigte die Staatskanzlei neben dem Magdeburger Altbischof Axel Noack auch den späteren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner (SPD), an. Höppner war einer der Vizepräsidenten der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Den Abschluss der Konferenz bilden ein Empfang des Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer (CDU) sowie eine Lesung mit der ostdeutschen Schriftstellerin Monika Maron.

Die Tagung knüpfe an das "Wittenberger Gespräch" im April 2009 an, bei dem die friedliche Revolution und das mangelnde Wissen vor allem bei der jungen Generation über den Unrechtscharakter der SED-Diktatur im Mittelpunkt standen. Nunmehr solle das Erinnern und die Aufarbeitung einer DDR-Verklärung entgegengestellt werden, hieß es.

Die Diskussionsreihe in Wittenberg findet seit 1993 jährlich statt. Die Wortbeiträge werden jeweils in einem Tagungsband zusammengefasst. Die Konferenzen 2009 und 2010 gehören zu einem "Handlungskonzept", mit dem die Landesregierung aus Anlass der 20. Jahrestage der friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit das Demokratieverständnis fördern und Wissenslücken über die DDR schließen will.


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